| Als Badenixen noch 'baden' gingen |
| Geschrieben von Inca Vogt | |
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Dabei gab es bereits in der Antike den Bikini, wie ein antikes Mosaik aus dem 4. Jahrhundert nach Christus belegt. Es stammt aus dem sizilianischen Bergstädtchen Piazza Armerina.
Fatal war, dass wir seinerzeit meist nur in geschlossenen Badeanstalten für Frauen planschen durften. So konnten die rettenden männlichen Ritter leider nicht zeigen, wie man einer balastreichen Lady in Wassernot hilft. Um 1900 wurden die Badekleider etwas kürzer und schwarze Strümpfe kamen in Mode. Ungefähr ab 1903 sah erste zaghafte Modeversuche in Richtung Badeanzug aus Woll- und Baumwolltrikot, eingeführt durch die amerikanische Schwimmerin Annette Kellermann. Richtig populär wurden die Einteiler in den 20er Jahren, in denen ohnehin die Sitten etwas gelockert wurden. Allerdings mussten wir darüber in vielen Badeanstalten noch einen Rock tragen und darauf achten, nicht zuviel Bein zu zeigen. Ab 1928 sah man in den USA die ersten zweiteiligen Badeanzüge. Sie bestanden aus einer Art Pumphose mit hemdartigem Oberteil. Kein Modeguru von heute käme auf die Idee, diese Kreationen schon Bikini zu nennen. Hierzulande ging es noch weit prüder zu. 1926 zeigte man erstmals in Berlin Badeanzüge auf dem Laufsteg. Ein Skandal! Die Sittenwächter sahen die Moral in Gefahr und die Regierung verkündete 1932 den sogenannten Zwickelerlass, in dem genau beschrieben war, welche Teile des Körpers beim Baden zu verhüllen waren. Das "Land der Kokosnüsse" und der Bikini Am 1. Juli 1946 warf eine US-amerikanische B-29 über dem Bikini-Atoll die erste Atombombe der Nachkriegszeit ab. Nur vier Tage später präsentierte Louis Réard das Model Micheline Bernardini mit vier kleinen Stoffdreiecken bekleidet auf einem Pariser Laufsteg. Ein Skandal, ein Tabubruch. Die Wirkung glich der einer Atombombe. Der Vergleich schlug sich in der Namensgebung nieder: der Bikini war geboren. Der Name bedeutet "Land der Kokosnüsse". Die moralische Entrüstung war bei beiden Ereignissen gleich. Das Bikini Atoll war zerstört. Der Bikini geboren. James Bond und Ursulas Baumwoll Bikini
Leider war der Bikini Anfang der Sechziger für Lieschen und Gretchen hierzulande immer noch verpönt. 1965 wurde eine Münchner Schülerin für das Tragen eines Bikinis noch zu sechs Tagen Putzen im Altersheim verurteilt. Na schön,vermutlich würde sie auch heute noch erstaunte Blicke ernten. Immerhin spazierte sie mit dem Skandalkleidungsstück frech über den Viktualienmarkt. Bikini Lexikon Monokini: 1964 entwarf in Amerika der in Österreich geborene Modemacher Rudi Gernreich den Monokini. Die meisten von uns kennen ihn als "Oben ohne". Nokini: ist buchstäblich Nichts. Oder schlicht Nackt sein oder baden.
Trikini: der Dreiteiler kam 1960 auf. Bei ihm wurde Tankini: Recht züchtig gibt sich der Tankini, der dem klassischen Bikini von heute Konkurrenz macht. Wer hat den Bikini erfunden? Kleine Nachgeschichte zum Thema. Der französische Modeschöpfer Louis Reard gab ihm zwar einen Namen, doch erfunden hat er den Bikini nicht. Käthe Hemme erprobte bereits 1940 die skandalöse Wirkung des Zweiteilers. Sie erinnert sich: "...nachdem wir uns keinen kaufen konnten mangels Geld, haben wir uns an die Nähmaschine gesetzt und uns einfach aus irgendeinem passenden Material einen Zweiteiler gemacht."
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Stellt euch vor, ihr müsstet mit schwerster Winterkleidung einen Schwimmwettbewerb bestreiten. Ähnlich ging es den ersten Schwimmerinnen Anfang des 19. Jahrhunderts. Man steckte sie in pompöse Roben aus Flanell, die sich mit Wasser vollsogen und die armen Wesen in die Tiefe versenkten.
Die ersten Bade-Outfits waren nur für eins gut: sie ließen ihre Trägerinnen schneller sinken als ein Stein. Sie bestanden aus züchtigem Flanellkleid, Strümpfen, Pluderhosen, Hut und Segeltuchschuhen. Nass wogen sie schwerer als ihre Trägerin. Eine ziemlich unverständliche Methode, sich der Frauen zu entledigen. Aber genau das passierte in regelmäßigen Abständen. Sie versanken schlicht.
Einer der spektakulärsten Bikinis entstieg 1962 dem Meer. Getragen von Ursula Andress im ersten James-Bond-Film „James Bond jagt Dr. No“. Angelehnt an diese Schlüsselszene kopierte Halle Berry 2003 im James-Bond-Film „Stirb an einem anderen Tag“ diese Szene.