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Schlemmen im Kürbisparadies
Geschrieben von Inca Vogt   
Beitragsinhalt
Schlemmen im Kürbisparadies
Seite 2

Der größte Kürbis der Welt

Woher stammt wohl der größte Kürbis der Welt? Wenn ihr auf die USA tippt, liegt ihr richtig. Mit einem Gewicht von 1469 lbs, hat Larry Checkon aus Altoona in Pennsylvania am 1. Oktober 2005 das größte Exemplar präsentiert. Ob es sich dabei um einen schmackhaften Kürbis oder nur einfach um ein Riesenexemplar, dass nur zur Rekordzwecken gezüchtet wurde, ist uns nicht bekannt. Interessanter ist auch die geschichte des Kürbis überhaupt, der lange Zeit von den Küchen und Köchen eher übersehen wurede. Völlig zu Unrecht.

Von Amerika nach Europa

Der Kürbis hat eine über 8000 Jahre alte Geschichte und Tradition. Dennoch war er in Europa bis vor wenigen Jahren eher uninteressant. Dank der von Amerika überschwappenden Halloweenwelle erlebt er derzeit endlich eine
wohlverdiente Renaissance bei uns. Derzeit avanciert er sowohl in der Naturkost-Küche, wie auch in Gourmet-Restaurants zur begehrten Delikatesse.

Das Heimatland der Kürbisse ist übrigens das tropische Mittel- und Südamerika.
Ihre Herkunft aus warmen Ländern zeigt sich auch in ihrem hohen Wärmebedürfnis.
Aufgrund archäologischer Funde gehen Wissenschaftler davon aus, daß der Kürbis zu den
ältesten Kultur- und Nahrungspflanzen Amerikas gehört. Vermutlich wurden Kürbisse bereits zwischen 5000 und 3000 vor unserer Zeitrechnung von indianischen Ureinwohnern, den Indios in Peru und Mexico, zusammen mit Mais und Bohnen
angebaut.

Mit der Entdeckung Amerikas kam der Kürbis in die so genannte alte Welt.
Vor der Entdeckung Amerikas war in Europa nur der Flaschenkürbis, der aus Afrika stammt
bekannt. Dieser Kürbis wurde dort als Allround-Haushaltsgegenstand benutzt, als Topf,
Löffel, Karaffe und als Musikinstrument.

Durch Auslese und Züchtung in vielen Ländern hat sich bis heute eine Sortenvielfalt von über 800 namentlich bekannten Sorten entwickelt.

Interessant ist, dass sich nahezu der ganze Kürbis verwenden lässt. Ob als Herbstdeko-
ration oder als Öllieferant: aus seinem Samen, der ca. 55% Öl enthält wird Kürbiskernöl gepresst, das viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren und viele wertvolle Vitamine (A,B1,B2,B6 und E), sowie das krebshemmende Spurenelement Selen enthält.

Aus dem Kürbisfleisch lassen sich unzählige Gerichte zubereiten. Und in der Medizin wird die Kraft der Kürbiskerne bereits seit über einhundert Jahren gegen Blasenfunktionsstörungen und Prostatakrebs eingesetzt.

Doch in welcher Ecke der Botanik ist der Kürbis angesiedelt. Ist er Frucht, Gemüse, anderes?

Botanische Herkunft und mehr

Der Kürbis zählt botanisch zu der Familie Cucurbitaceae. Botanisch korrekt zählt der Kürbis übrigens nicht zum Gemüse, sondern zu den Beerenfrüchten, genau wie Orangen, Bananen und Tomaten.

Ihre Formen- und Farbvielfalt ist enorm, so wiegt der größte gezüchtete Kürbis über 570 Kg, wobei man solche Ergebnisse nur mit Tricks erreichen kann.

Die Farben variieren von weiß über gelb und orange bis grün, ein reines blau gibt es nicht, jedoch ein grau-blau. Meist haben sie faseriges, carotinhaltiges, gelb- oder orangegefärbtes, süßliches Fruchtfleisch, das manchmal die 12-fache Menge an Carotin beinhaltet als Möhren.

Die Flaschenkürbisse gehören botanisch nicht zu den Cucurbita, sondern zu den Lagenaria.
Und die meisten Sorten gehören zu der Art Lagenaria siceraria. Mit wenigen Ausnahmen werden sie nicht für den Verzehr angebaut.

In südeuropäischen Ländern werden Schlangenkürbisse als Gemüse verwendet, dies geht jedoch nur mit jungen Früchten, die noch sehr weich sind.

Die Gattung Cucurbitaceae spaltet sich botanisch in mehrere Arten auf, Hauptarten sind :
Cucurbita pepo, der Gartenkürbis, Cucurbita maxima, der Riesenkürbis, Cucurbita moschata, der Moschuskürbis und Cucurbita ficifolia, der Feigenblattkürbis.

Für den Haus- und Küchengebrauch ist diese botanische Einteilung jedoch absolut uninteressant. Hier kommt es nur darauf an, was schmeckt und was lässt sich schmackhaft verarbeiten.

Da verlassen wir uns lieber auf marktübliche Trennungen zwischen Zier- und Speisekürbissen. Weiterhin hat sich die Einteilung der Speisekürbisse in Sommer- und Winterkürbisse bewährt. Zu den Sommerkürbissen gehören beispielsweise alle Zucchiniarten.

Zu den Winterkürbissen gehören alle Sorten mit harter Schale, zum Beispiel gelber Zentner, Uchi-Kuri,Butternut und Sweet Dumpling. Winterkürbisse brauchen zum Reifen mehr Zeit und Wärme als Sommerkürbisse und werden erst ab Frühherbst geerntet, wenn sie sich schwer anfühlen und die Schale dick und hart wird.




 
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