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Krötensex. Je fremdartiger desto besser
Geschrieben von Inca Vogt   

1194879222i4649 Was hat die Liebe, der Sex, die Balzerei der Kröten mit uns gemeinsam?

Ob der Sex zwischen unterschiedlichen Krötenarten besonders reizvoll ist, kann ich nicht beantworten. Aber vermutlich hat die Natur es so clever eingerichtet, wie bei uns: Gegensätze ziehen sich an. Aus guten Gründen. Sowohl bei den Kröten wie auch bei unserer Spezies braucht es eine gute Artendurchmischung, damit nachfolgende Generationen möglichst widerstandsfähig mit hohem Entwicklungspotential weitermachen.

Wenn also Herr Kröterich sich mit einem Weibchen einer möglichst anderen Art Kröte zusammentut, kann das nur gut sein.

Schaufelfußkröten-Weibchen sorgen für überlebensfähigen Nachwuchs. (Foto: Pfennig)

Krötensex mit fremden Arten

Wenn der Frühling in den westlichen US-Bundesstaaten ins Land zieht, kriechen die zwei unterschiedlichen Kröten-Spezies Spea bombifrons und Speamultiplicata aus ihrem Bau und haben offensichtlich richtig Lust aufeinander. Die Paarungszeit beginnt. Unter bestimmten Bedingungen, kreuzen sich dabei die verschiedensten Schaufelfuß-Kröten-Spezies miteinander.

  Den Grund, warum die Tiere dies tun, hat die Biologin Karen Pfennig von der University of North Carolina in Chapel Hill http://www.unc.edu nun herausgefunden, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature in seiner Online-Ausgabe. Ganz leicht herauszufinden ist das nicht, denn offensichtlich bietet die Paarung mit einer anderen Spezies in der ersten Betrachtung nur Nachteile: Viele der daraus entstandenen männlichen Jungen sind unfruchtbar und die daraus entstandenen Weibchen produzieren nur etwa die Hälfte der Eier eines "normalen Weibchens".

War unsere Einleitung demnach nur pure Anreize? Nein, denn es gibt einen höher zu wertenden Erfolg. Wenn sich Spea bombifrons und S. multiplicata miteinander paaren, werden offensichtlich andere wertvolle Talente vererbt und veredelt.

Weibliche S. bombifrons folgen den Rufen der männlichen S. multiplicata offensichtlich dann, wenn die Wasserstände sehr niedrig sind. Diese Erkenntnis hat die Forscherin dazu veranlasst, sich das ganze Geschehen näher anzusehen: Die Entwicklung der Jungtier muss entsprechend schnell fortschreiten. Die Nachkommen sollte überlebensfähig sein, bevor das Biotop völlig austrocknet. Und genau das tun die Hybride der beiden Krötenspezies. Sie sind deutlich schneller fit und überlebensfähig als die Nachkommen zweier Eltern der gleichen Spezies.

Zudem haben Feldforschungsversuche gezeigt, dass die "Mischlinge" aus beiden Spezies auch mit dem Austrocknen der Biotope besser zu Rande kommen und dadurch bessere Überlebenschancen haben. Die Ergebnisse zeigen erstmals deutlich, dass veränderte Umweltbedingungen das Paarungsverhalten entscheidend beeinflussen und sogar die so genannte "Spezies-Barriere" aufheben können.

"Für untrainierte Augen sehen die beiden Kröten-Spezies einander sehr ähnlich", erklärt Pfennig. Lediglich die Kopfpartie der beiden Tiere weiche etwas voneinander ab. Es handle sich aber trotzdem um zwei verschiedene Amphibien. Die Studie zeige auch deutlich auf, wie komplex das Paarungsverhalten seitens der Weibchen ist, um erfolgreiche Nachkommen zur Welt zu bringen. "Weibchen schauen offensichtlich nicht nur darauf, wie lang der Schwanz des Männchens ist. Sie sind viel sensitiver, die eigene Beschaffenheit und die Umweltsituation betreffend, wenn es darum geht, das passende Männchen für den Nachwuchs zu suchen", erklärt die Forscherin.

Kluge Krötenmädchen. Und eine clevere Vorsehung der Natur. Auch das haben wir vielleicht mit den Kröterichen gemeinsam. Auch bei uns sind die Evas zuweilen cleverer in punkto Partnerwahl. Oder auch nicht:-) Lasst uns darüber reden. Gerne in unseren Forenräumen, in die ihr euch via „Check In" kostenlos einloggen könnt.  

 
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