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Scheidungen belasten die Umwelt
Geschrieben von Inca Vogt   

Es gibt schlechtere Gründe eine Scheidung zu vermeiden als die Sorge um die Umwelt. Denn wer aus einem Haushalt zwei macht, verdoppelt die üblichen Belastungen. Ein Argument, das auch Singles betrifft, die sich - so der logische Schluss - der Umwelt zuliebe paaren sollten. So scherzhaft das klingt, es ist plausibel.  

 

Zunehmende Zahl der Ehescheidungen feuern Ressourcen-Raubbau an

Scheidungen belasten Umwelt (Foto: pixelio.de)
Ein Forscherteam hat die Auswirkugen der zunehmenden Ehescheidungen auf die Umwelt näher untersucht. Jianguo Liu und Eunice Yu von der Michigan State University Michigan State University http://www.msu.edu berichten in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Proceedings of the National Academy of Sciences über Fakten, Zahlen, Hintergründe.Die Grüde sind nachvollziehbar. Ehemalige Ehepartner ziehen nach der Scheidung in separate Wohnungen ziehen und verbrauchen mehr Energie und Wasser als in der Familieneinheit, begründen die Forscher.

"Geschiedene Haushalte sind kleiner als verheiratete, aber sie verbrauchen pro Kopf mehr Fläche, Wasser und Energie als jene, in denen mehrere Menschen unter einem Dach zusammen leben", so Liu, der in zwölf Staaten solche Analysen durchgeführt hatte.

Alleine in den USA hätte das Aufrechterhalten der ehelichen Gemeinschaft im Jahr 2005 rund 2.370 Mrd. Liter Wasser, 38 Mio. Zimmer und 734 Mrd. Kilowattstunden Strom eingespart. Im gleichen Jahr haben die "geschiedenen Haushalte" 46 Prozent mehr Strom und 56 Prozent mehr Wasser pro Kopf verbraucht, als wenn die Partner zusammengeblieben wären. Nach der Trennung haben die neuen Haushalte zwischen 42 und 61 Prozent mehr Ressourcen verbraucht als zuvor.



Das Problem werde in den kommenden Jahren noch weiter verschärft, erklären die Forscher. Zwischen 1970 und 2000 ist die Zahl von solchen Scheidungshaushalten in den USA von fünf auf 15 Prozent angestiegen. Nicht nur in den USA, sondern auch in anderen Staaten zeigen sich die veränderten Lebensumstände sehr deutlich. So auch im bisher traditionellen China - einem Land, in dem die Scheidungsraten bisher sehr niedrig waren. "Scheidungen lassen limitierte Ressourcen eskalieren", warnen die Forscher. Der Wissenschaftler will Regierungen dazu bringen, diese Berechnungen zu publizieren, um Scheidungswillige ihren Plan möglicherweise nochmals überdenken zu lassen. Ein entscheidendes Detail am Rande: Wenn sich Geschiedene erneut verheiraten, verringern sich die Umweltkosten auf die ursprünglichen Werte.


 
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