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Nokia. Imageverlust
Geschrieben von Inca Vogt   

Wir sind großzügig, wenn es um die Schaffung von Arbeitsplätzen geht.  Doch was passiert nach den Subventionen? Weiterziehen, zum nächsten Geber? Sieht zumindest so aus bei dem Unternehmen Nokia. 

Die Folge ist doppelt fatal. Die Millionen sind futsch - von Steuergeldern abgezweckt. Die damit geschaffenen Arbeitsplätze auch.

So ein Verhalten bleibt nicht ohne Folgen und die Presseabteilung des Unternehmens dürfte es schwer haben, den daraus entstandenen Imageverlust schön zu reden. 

Tatsächlich gehen nur wenige Tage, nachdem Nokia die geplante Schließung seiner Handy-Produktion in Bochum bekannt gegeben hat, die Imagewerte des Unternehmens in Deutschland deutlich zurück. Der Marken-Monitor (BrandIndex) des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens psychonomics http://www.psychonomics.de zeigt deutlich fallende Werte Nokias auf, die unter anderem die Wahrnehmung der Qualität, des Preis-Leistungs-Verhältnisses und der Imagewerte umfassen.

Damit fällt die weltweite Nummer eins unter den Handy-Herstellern nach bislang überdurchschnittlich guten Bewertungen in einigen Bereichen hinter seine Mitbewerber zurück.

Die Werte der Mitbewerber sind konstant geblieben, nur Nokia ist so stark abgefallen", sagt psychonomics-Studienleiterin Bettina Willmann. 

Bislang führte Nokia die Wertungen in allen Bereichen mit deutlichem Vorsprung an. Insgesamt fiel Nokias BrandIndex-Score, der sich aus dem Durchschnitt der abgefragten Kriterien allgemeiner Eindruck, Qualität, Preis-Leistungs-Verhältnis, Kundenzufriedenheit, Weiterempfehlungsbereitschaft sowie Arbeitgeberimage zusammensetzt, in den vergangenen Tagen von knapp 40 auf 17 Punkte. Die Diskussion rund um die Schließung des deutschen Werkes und die erhaltenen staatlichen Subventionen wirkten sich aber auch auf die Wahrnehmung der Qualität von Nokia-Produkten aus. So sank der entsprechende Indexwert von 62 auf 45 Punkte ab, bei der Bewertung des Preis-Leistungsverhältnisses sank Nokia von 16 auf sechs Punkte. Das Preis-Leistungsverhältnis bei Sony Ericsson liegt dagegen bei 13 Indexpunkten, gefolgt von Samsung (14 Punkte), Panasonic (zehn Punkte) und Motorola (sechs Punkte), erläutert Willmann.

Bei der positiven Wahrnehmung verschlechterte sich Nokia von plus 23 auf minus 22 Indexpunkte. Zudem verlor Nokia an Attraktivität als potenzieller Arbeitgeber. Hier rutschte das Unternehmen von der Führungsposition (plus 44 Punkte) und belegt mit aktuell minus acht Punkten den letzten Platz hinter seinen Mitbewerbern.

Wann Nokias Image-Werte wieder ansteigen, hängt auch davon ab, welche Maßnahmen das Unternehmen nun ergreift, um etwa Sozialpläne auszuhandeln, so Willmann.

Als Verbraucher schrecken einen solche Meldungen. Kann, darf man sein Nokia Handy noch ohne strafende Blicke nutzen? Oder ist es klüger auch hier Flagge und Solidarität zu zeigen?

 
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