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Wenn Liebende zum Spion werden
Geschrieben von Inca Vogt   

Früher war es das Tagebuch, die Post und vielleicht auch mal die Handtasche oder der Sakkotascheninhalt, dem Liebende hinterherspionierten. Heute sind es Handy- und Webaktivitäten, die zum Nachspionieren des Partners verlocken. Der Vertrauensbruch im Webzeitalter ist allerdings besonders perfide, da die Möglichkeiten eines technikaffinen Partners auch über gelöschte Spuren hinaus gehen.

Ob hier der Spruch "Vertrauen ist gut, Kontrolle besser" wirklich angebracht ist? Macht euch selbst ein Bild ...


Liebende kontrollieren Webaktivitäten des Partners (Foto: pixelio.de, Andreas Müller)

Paare spionieren einander häufig gegenseitig im Internet hinterher. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der britischen Oxford University http://www.ox.ac.uk, die besagt, dass knapp ein Viertel der verheirateten Paare heimlich die E-Mails des Partners liest. Ob die Resultate auch auf nicht verheiratete Pärchen zutreffen, sei mal dahingestellt. Vermutlich geht es auch nur zusammenlebenden Paaren so.

Offenbar spioniert immerhin jeder Zehnte die Internetseite aus, die der andere zuvor besucht hat. Viele sind inzwischen der Ansicht, das Web trage zur Entstehung und Erhaltung von Beziehungen bei. Gleichzeitig befürchten die Paare aber auch ein gesteigertes Misstrauen aufgrund der Möglichkeiten, die das Internet bietet. 85 Prozent der Befragten gaben an, etwas dagegen zu haben, wenn der Partner online mit fremden Personen flirtet.


"Meiner Erfahrung nach herrscht Misstrauen erst dann, wenn ein Partner in der Vergangenheit bereits dazu Anlass gegeben hat", meint dazu Thomas Traegner, Gründer des Seitensprung-Netzwerks Direct-Date http://www.direct-date.de. Es habe schon sehr oft Anfragen von vorwiegend Männern dazu gegeben, welche E-Mailadresse sie für die Anmeldung in der Agentur benutzen sollten und welche Nachrichten dorthin geschickt würden. "Das hat den Hintergrund, dass tatsächlich die Partnerin E-Mails kontrolliert", so Traegner weiter. Dennoch sei das Internet selbst nicht die Ursache von Misstrauen. "Solche Maßnahmen treten immer erst dann auf, wenn das Vertrauen schon verloren wurde". 

Laut der Oxford-Studie verfolgen 13 Prozent der Paare die Internet-Historie des Partners nach. Viele sagten aber auch, das Internet sei ein wichtiges Mittel, um Beziehungen in Gang zu halten und mit dem Partner zu kommunizieren. 14 Prozent besprechen Persönliches über E-Mail, ebenso viele nutzen dafür mindestens einmal pro Woche auch Online-Chats. 27 Prozent diskutieren mit dem Partner über SMS-Nachrichten.

Sechs Prozent der verheirateten Paare haben sich zum ersten Mal im Netz getroffen. Die meisten davon über eine Partnervermittlungsseite, 19 Prozent in einem Chat-Room und 18 Prozent über Instant Messaging. Uneinig sind sich viele, wenn es um den Konsum von Porno-Webseiten geht. Wenig überraschend sind Männer eher dazu geneigt, den Besuch solcher Seiten zu akzeptieren als Frauen. Grundsätzlich sei es überraschend, wie viele Paare sich gegenseitig im Netz ausspionieren, meint Studienleiterin Ellen Helsper. "Interessant war aber auch, dass die Paare das Online-Spionieren des Partners genauso verletzend empfinden wie reales Misstrauen in der Beziehung."

 

 
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