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WLAN. Ich bin so frei
Geschrieben von Inca Vogt   

Schluss mit festen Bindungen. Kampf dem Kabelsalat, tschüss lieber Schreibtisch. Ich packe mein Notebook wahlweise in der Sonne, im Bistro, am Esstisch und im Bett aus. Ganz wie es mir gefällt. Und es gefällt mir ziemlich gut. Ich bin so frei, seit es WLAN gibt und war eine der ersten, die festen Bindungen entfloh. Doch was ist mit der Strahlung?

Die Warnungen vor Funkstrahlen tauchen immer häufiger auf. Und ich vergleiche, was ist schlimmer? Feste Bindungen und Unlust weil ich wie angenagelt am Platz verharren muss, während ich doch so gerne mobil bin? Was ist mit den Handys, vor denen wir ja auch so alle paar Monate neue Daten der Belastung oder Nichtbelastung serviert bekommen. Was ist mit dem Babyphone, dass ja auch nicht ohne Funksignale auskommt? 

Ich lese mich um und sehe viel Wirbel um Nebenschauplätze in Sachen Funkstrahlung. Aber so ganz  geheuer ist die Sache dann doch nicht. Die Technologien sind allesamt neu und wir wissen noch lange nicht, inwieweit die Wirkungen aller Funkkanäle kummulieren und dann doch gefährlich werden können. 

Auch von höchstoffizieller Stelle wird derzeit gewarnt. Die deutsche Bundesregierung empfiehlt, den Einsatz von WLAN am Arbeitsplatz oder zuhause wenn möglich zu vermeiden. Um die persönliche Strahlenbelastung zu reduzieren, sei es besser, bei herkömmlichen, kabelgebundenen Netzwerken zu bleiben. Es heißt zwar: "Alle Beweise deuten daraufhin, dass Strahlung innerhalb der Grenzwerte nicht gesundheitsschädlich ist. Nichtsdestotrotz könnten Wirkungsmechanismen bestehen". So Florian Emrich vom Bundesamt für Strahlenschutz. 

Grundlage für die Beurteilung möglicher Gesundheitsschäden durch drahtlose Netzwerke ist die spezifische Absorptionsrate (SAR). Sie beschreibt, welche Menge an Strahlungsleistung vom menschlichen Körper aufgenommen wird. Der Grenzwert beträgt 0,08 Watt pro Kilogramm (W/kg) für den ganzen Körper und 2,00 W/kg für Teile des Körpers. Mit Werten von 0,1 W/kg bei minimalem Abstand zu einzelnen Körperteilen liegt WLAN weit unter dem Grenzwert. "Man darf nicht vergessen, dass es sich um eine relativ neue Technologie handelt, die noch weiter erforscht werden muss", zeigt sich Emrich skeptisch.

Während die Strahlung durch öffentliche Netzwerke gering sei, könnten Funknetzwerke im beruflichen und privaten Umfeld zur Belastung werden, wenn nicht ein bestimmter Mindestabstand zu den Funkstationen eingehalten würde, teilt die Bundesregierung mit. In Deutschland gibt es rund 9.000 öffentliche WLAN-Hot-Spots. Die Strahlungsbelastung bliebe jedoch immer unter dem EU-Grenzwert von 10 Watt pro Quadratmeter.

Faktum ist, dass die Strahlenbelastung durch Mobilfunk um das Zehn- bis Fünfzigfache höher ist", kritisiert Carsten Kunert, Sprecher des Netzwerkherstellers Netgear. Ihm sei unklar, warum man sich gerade auf Funknetzwerke eingeschossen habe. "Womöglich stehen Lobbyisten der UMTS-Branche hinter dieser Empfehlung", vermutet Kuntert. "Oder es liegt an einer grundsätzlichen Neigung, alles was man nicht kennt, zu verdammen." Die Entscheidung zwischen Kabel- und Funknetzwerken sollten Nutzer nach technischen Kriterien fällen - wenn beide Möglichkeiten gegeben seien, würden Nutzer ohnehin zur schnelleren Kabellösung tendieren, meint Kunert abschließend.

Soviel zum aktuellen Stand der Kabelfreiheit. Ob ich persönlich dann vielleicht doch zumindest den Arbeitsplatz wieder direkt verkabele? Vielleicht nach dem nächsten Umzug. Als mobile Zigeunerin, bleibe ich ja eh nie lange an einem Ort. Und da wo Rollwurzeln ausgelegt werden, lässt sich die Lage dann erneut orten. Bis dahin herzliche Grüße vom kuschligen Plätzchen am Esstisch. WLAN macht's möglich. 

 

 
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