| Aufbruch zu den Sternen |
| Geschrieben von Inca Vogt | |||||
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Australien und die Malediven waren gestern. Echte Globetrotter von morgen heben richtig ab. Zu einem Sternentripp ins Weltall. Ihr haltet das für pure Fiktion? Falsch gedacht, die Transporter für die Reise ins All sind schon greifbar nahe. In knapp zwei Jahre könnt ihr abheben. Zum "orbitalen Trip" als normaler Tourist. Vorausgesetzt, ihr spart schön.
Virgin Galactic http://www.virgingalactic.com hat bereits seine neuen Designs für das SpaceShipTwo SS2 vorgelegt. 2010 soll der Jungfernflug mit Touristen über die Bühne gehen, berichtet das Unternehmen. Für Virgin-Boss Richard Branson hat Weltraumtourismus jedenfalls ein Riesenpotenzial. Das SpaceShip-Konzept basiert im Wesentlichen auf dem X-Prize-Sieger-Modell. Mit Hilfe eines Trägerflugzeuges wird die Raumfähre auf Reiseflughöhe gebracht, ehe sie sich dann zum Weiterflug ins All vom Träger löst. Sechs zahlende Passagiere werden an jedem Weltraumflug teilnehmen können. Bei einer Pressekonferenz in New York verkündete Branson, dass es sehr wichtig sei, mit dem Initialprojekt einen kommerziellen Gewinn zu erzielen. "Wenn uns das gelingt, wird es eine ganze Reihe von privaten Investoren geben, die in Raumfahrttechnologie investieren werden - einerseits um Weltraumflüge für Touristen zu fördern, andererseits aber auch zur Erforschung des Alls." Das sei ähnlich wie die Entwicklung des Internet und der Mobiltelefonie, nachdem sie von militärischen Zwecken für den privaten Sektor freigegeben wurden.Für das Design der Galactic-Weltraumfahrzeuge wurde der berühmte Raumfahrtplaner Burt Rutan herangezogen. Sowohl das Trägerflugzeug White Knight Two WK2 als auch das SS2 werden in Rutans Scaled Composites Fabrik in Kalifornien konzipiert und gebaut. Nach Angaben von Branson, ist der WK2 bereits fast ganz fertig gestellt, vom SS2 sind etwa 60 Prozent gefertigt. Gestartet wird übrigens vom neu errichteten Spaceport America in New Mexico. Lange dauert der Flug ins All aber nicht: In knapp zweieinhalb Stunden absolviert der SS2 den Ausflug in eine Höhe von rund 110 Kilometer über Boden. Geboten wird den Passagieren allerdings ein paar Minuten Schwerelosigkeit, die Visualisierung der Erdkrümmung und ein Blick ins Schwarze All. Was der spacige Spaß kostet? "Nur" etwa soviel wie ein bescheidenes Einfamilienhaus. Mit etwa 200.000 Dollar könnt ihr euch schon mal vormerken lassen. Aber es scheint Eile geboten, die Plätze sind ja rar. Nach Angaben von Virgin ist die Buchungslage bereits jetzt sehr gut: Mehr als 200 Personen haben gebucht, weitere 85.000 zeigen Interesse an einen solchem Flug. Mehrere zehn Mio. Dollar an Deposits wurden an den Veranstalter bereits geleistet, berichtet Virgin Galactic. Damit das ganze Vorhaben aber auch einen wissenschaftlichen Hintergrund hat, wird es auch der Industrie und Forschung angeboten. Wie sehr sich das Projekt seit dem X-Prize weiterentwickelt hat, wird vor allem an der Größe des neuen SS2 deutlich: Mit 18,3 Metern Länge ist das neue Spaceship doppelt so groß wie das erste Spaceship. Das Trägerflugzeug WK2 mit seiner Länge von 23 Metern und einer Flügelspannweite von 42,7 Metern, ausgestattet mit PW308-Triebwerken von Pratt and Whitney, wurde in seinen Maßen nicht verändert. Wie ernst man dass Projekt nimmt, wird auch daran deutlich, dass der SS2-Flugsimulator für das Pilotentraining bereits fertig gestellt ist und darauf bereits Piloten ausgebildet werden. Der Kampf um zahlungskräftige Weltraumtouristen ist bereits voll entbrannt. Und wer gehört wahrscheinlich zu den Ersten? Keine ahnung, aber es gibt auch schon Konkurrenzprojekte: Amazon.com-Gründer Jeff Bezos und PayPal-Gründer Elon Musk arbeiten an eigenen Tourismusprojekten im Orbit. Selbst bei der EADS-Astrium denkt man an zukünftige Alltouristen. Wer 20 Mio. Dollar locker machen kann, kann bereits jetzt mit Space Adventures http://www.spaceadventures.com mit der russischen Soyuz-Raumfähre auf der internationalen Raumstation ein paar Tage Urlaub verbringen.
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