| Internetlove. Safer Sex Anno 2008 |
| Geschrieben von Inca Vogt | |
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Es ist schon merkwürdig, dass inzwischen immer mehr Männer und Frauen die Liebe via Internet dem realen Kuscheln und "Liebe leben" vorziehen. Da sitzen sie an ihren Rechnern und flirten, eifersüchteln, trennen und sexeln sie. Schneller, unbesorgte, befriedigender? Zumindest ist der Sex via Internet sicher. Aber sonst? Virtuelle Liebe, anstelle von realer Beziehung Bei den Amerikanern, die ja in vielem Vorreiter sind, pfeifen viele inzwischen auf einen realen Partner. Das Internet fungiert immerhin schon für für rund ein Viertel der US-Bürger als Ersatz für eine reale Beziehung. Glaubt man einer aktuellen Studie des Markforschungsinstituts Zogby http://www.zogby.com, so gehen nicht nur immer mehr Menschen online auf Partnersuche, sondern sehen das Netz mittlerweile - zumindest für eine Zeit lang - auch als passende Entsprechung zu einem Lebensgefährten aus Fleisch und Blut. Am höchsten ist der Anteil unter den Singles, von denen 31 Prozent der Befragten - Männer gleichermaßen wie Frauen - angaben, das Internet könne eine Liebesbeziehung ersetzen. Viele Internetnutzer gehen inzwischen nicht mehr auf die Suche nach einem realen, sondern nach einem virtuellen Partner bzw. nutzen virtuelle Welten, um auf die große Liebe zu stoßen. So zeigte etwa eine Studie der Handelshochschule Leipzig, das besonders Online-Welten wie Second Life zum Großteil als realitätsnahe Kontaktbörse dienen. Dass die Nutzer aufgrund ihres virtuellen Soziallebens den Bezug zur Realität verlieren, sei dennoch nicht zu befürchten. Denn Langweile oder Realitätsflucht sind nur selten ein Beweggrund, sich in ein Internet-Universum einzuklinken. "Dennoch wird es spannend sein, genauer zu erforschen, was hinter jenen wenigen Personen steckt, die eben aus Gründen der Realitätsflucht in Second Life aktiv sind", wie Kathrin Jung, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Handelshochschule Leipzig, anmerkt. Die Zogby-Umfrage förderte zudem recht bizarre Ergebnisse zutage. So würden sich immerhin elf Prozent der Amerikaner einen Chip einpflanzen lassen, um direkt über ihr Gehirn Zugang zum Internet zu haben. Knapp jeder Fünfte würde sogar seinem Kind einen Chip implantieren lassen, um es jederzeit orten zu können. Zehn Prozent der Befragten behaupteten außerdem, dass das Internet sie näher an Gott gebracht habe, während sechs Prozent glauben, sich aufgrund moderner Technologien weiter von Gott entfernt zu haben. "Schöne" neue Liebeswelt? Naja? Zumindest lässt sich die Realität wunderbar hinter einem attraktiven Avatar verbergen. Aber nur mal so überlegt: wenn nun die 2 Tonnen Eva als Langbeinige Gazelle mit dem gleichfalls übergewichtigen Arbeitslosen Erich mit angeblicher Villa im Taunus und Traumhaus am Mittelmeer, erotische Höhenflüge erlebt, soll es mir recht sein. Aber was, wenn der eine echt, der andere eine geschummelte Vita zum Besten gibt? Ich nehme an, irgendwann werden die Gerichte in Amerika solche verletzten Gefühle beim entlarvenden Kennenlernen bearbeiten. Und wie wir die USA kennen, wird auch das Schule machen und vielleicht ganz neue Ethikgesetze für die Liebe via Internet nach sich ziehen.
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