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Sexuelle Lockstoffe
Geschrieben von Inca Vogt   

Was lässt uns aufeinander fliegen? Was lässt die Schmetterlinge im Bauch abheben? Was schaltet den Verstand ab- und die Triebe an? Schüttelt bitte nicht den Kopf und sagt, "das klappt bei mir vernunftgesteuertem Wesen nicht." Die Natur hat einen viel heftigeren Antrieb als uns manchmal bewusst ist: den Antrieb zum Überleben der Spezies.

Um das Überleben der Spezies zu sichern, umgeht die Natur unseren analysierenden Verstand mit Tricks, die sich nicht bewusst ausschalten lassen.

Pheronome, sogenannte Liebesdüfte, umgehen geschickt den filternden Verstand und zeigen: "Hier bin ich, und ich bin heiß auf dich." Ergebt euch eurem triebhaft gesteuerten Lebensplan und nutzt das Wissen darum auch, um die besten Geschäfte zu machen. Das aufeinander fliegen birgt wunderbarerweise auch die Chance, Geschäftspartner einzuwickeln und Produkte und Dienstleistungen zielgerichtet zu vermarkten und überhaupt...

 Lockstoffe fürs Über-leben, fürs Lieben 

schmetterlingWer das Parfüm gelesen hat oder den Film kennt, weiß wie heiß die körpereigenen Duftstoffe sind. Sie machen willenlos, sie steuern uns. Sie bringen die symbolischen Schmetterlinge zum fliegen.

Zwar senden wir nicht wie viele Schmetterlingsarten unsere Sexualduftstoffe kilometerweit aus. Wir schnüffeln auch nicht wie andere Säugetiere offensiv am potentiellen Partner, um zu wissen: er ist bereit. Aber wir tun es unbewusst. Wir geben Geruchssignale, die ebenso subtil wie wirkungsvoll sind.

Frauen senden sogenannte Pheronome. Und in unserem Vaginalsekret sind Kopoline, die in hoher Konzentration eher unangenehm riechen. Dennoch verfehlt der Duft seine Wirkung nicht, so lange er unterhalb der Wahrnehmungsschwelle liegt.

Der Duft ist geschickterweise gerade dann am attraktivsten für Männer, wenn wir fruchtbar sind. Ihr Testesteronspiegel steigt, macht sie sexuell erregbar und leider auch streitlustiger als zu anderen Zeiten. Das braucht es wohl um mit aller Kraft und um die Gunst der Schönen zu buhlen. Sprich, die Konkurrenz auszustechen.

Wir Frauen sind ebenso triebgesteuert und reagieren auf seine Duftmarken unterschiedlich. In seinem Achselschweiß bildet der Mann zwei gegensätzliche Duftstoffe. Der eine duftet nach Sandelholz und heißt Androstenon. Der andere heißt Androstenol und stinkt wie Urin. Es riecht nach "Tiger", und treibt uns in die Flucht. Klar, welchen Duft wir bevorzugen. Aber die Natur hat auch hier eine Falle aufgestellt. In unseren fruchtbaren Tagen empfinden wir auch den Geruch des "Tigers" als weniger abschreckend. Tja, wie gut, dass es recht gute Männerparfüms und Düfte für Frauen gibt, die auf angenehmere Art locken und verlocken:-)

Anziehungskraft, die man kaufen kann

Erinnert ihr euch noch an diesen AXE Effekt in der Werbung? Ihr wisst schon: Sie kommen aus dem Wasser, von den Bergen und aus dem Dschungel. Ihnen ist kein Weg zu weit, kein Hindernis zu groß, kein Kampf zu gefährlich.

Die Rede ist von tausenden leicht bekleideten Schönheiten im AXE TV Spot "Spray more get more". Sie alle haben nur eines im Sinn: Ihren Instinkten zu folgen und den AXE Guy zu erobern. Während dieser, mehr oder weniger nichts ahnend, am Strand seinen Oberkörper großzügig mit einem AXE Duft besprüht, kündigt die dramatisch-orchestrale Musik bereits an, was die Zuschauer gleich darauf sehen: Tausende Frauen nehmen Witterung auf und erkämpfen sich den Weg, der sie direkt zum AXE Guy führt. Und dieser kann es gar nicht glauben: Was Du versprühst, wird tausendfach zu Dir zurückkehren...

Duftmarke gesetzt. Zielgruppe v-erkannt? 

Bei dem TV Spot handelte es sich nicht nur um einen weiteren originellen Werbefilm für die Duftmarke AXE, sondern um ein Werk der Superlative: Denn noch nie in der Geschichte der Fernseh-Werbung wurden so viele Schauspielerinnen auf einmal eingesetzt wie für den neuen AXE TV Spot. Insgesamt 150 sorgfältig ausgewählte weibliche Akteure fanden sich Ende März 2006 zum Dreh in Los Angeles ein. In der Nachbearbeitung wurden aus den 150 echten Frauen dann ganze "Herden" geklont, um die für AXE-Werbung typischen Männerphantasien richtig auf Trab zu bringen.

Ob diese Strategie aufging, weiß ich nicht. Ich sah nur, dass hier konsequent Marketing betrieben wurde mit ebenso primitiven wie wirkungsvollen "Argumenten." Ob es Zielgruppen getroffen hat oder nicht. Der Ansatz stimmt.

 

 
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