| Kiloprämien für die Bürger |
| Geschrieben von Inca Vogt | |
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Mussten früher die Armen darben und waren froh, wenn sie was zu beißen hatten, bekommt das Volk heute fette Honorare, wenn es abnimmt. Um seine Bewohner schlank und rank zu machen, belohnte der Bürgermeister der norditalienischen Kleinstadt Varallo Sesia jeden Bürger, der drei kg in einem Monat verliert, mit 50 Euro. Der Bürgermeister wollte damit gegen die Zunahme der Fettleibigkeit reagieren, berichtete BBC-Online. Jeder, der die Prämie beansprucht, musste sich einer ärztlichen Untersuchung unterziehen. Für jeden Bürger, der sein reduziertes Gewicht über fünf Monate halten konnte, versprach Bürgermeister Gianluca Buonanno weitere 100 Euro Belohnung. Buonanno hatte nach eigenen Angaben die Idee zu dieser Aktion, weil sein Sohn ihn einen "Dickwanst" nannte. Der übergewichtige Bürgermeister wollte selbst auch mindestens sechs Kilogramm Gewicht verlieren, nahm aber selbst nicht an der Aktion teil. "Wer eine Diät durchhält, braucht eine starke Motivation und ich möchte mit der Aktion einen kollektiven Willen zusammenbringen", so der Bürgermeister seinerzeit. Bürgermeister zahlte 50-Euro-Bonus für drei-Kilo weniger
Das "belohnte
Abmagerungsprogramm" wurde 2007 in der 7.400
Einwohner-Stadt präsentiert. Bereits einen Tag später bildete sich vor
dem Rathaus eine Schlange von Bürgern, die mitmachen wollten.
Unterstützung erhielt der Bürgermeister auch seitens der Regierung in
Rom. Die italienische Gesundheitsministerin Livia Turco http://www.ministerosalute.it
meinte, dass es sich um eine sinnvolle Aktion handle, die ein Beispiel
für andere Städte sein könnte. In Italien sind nach Angaben des
Gesundheitsministeriums 28 Mio. Menschen - das entspricht der Hälfte
der Gesamtbevölkerung - übergewichtig. Fünf Mio. Italiener sind adipös. In einem Monat drei Kilo abzunehmen sei kein allzu großes Problem. Jeder, der sich mit Ernährung beschäftige, könne das Ziel innerhalb kürzester Zeit erreichen. "Interessant wäre das Projekt dann, wenn die Gewichtsreduktion für mindestens ein halbes Jahr aufrecht bleiben muss", so Rust. Dafür sei nämlich eine echte Ernährungsumstellung notwendig und nicht nur das kurzfristige Abnehmen, das man allein durch Weglassen von Kohlehydraten erreichen kann. "Abgesehen davon dient ein solches Abmagerungsprogramm dazu, dass Menschen gesünder werden", so Rust. Nach dem bisher letzten Ernährungsbericht, der 2003 in Österreich erhoben wurde, sind 35 Prozent der Männer und 20 Prozent der Frauen übergewichtig. Jeweils sechs Prozent beider Geschlechter gelten als adipös, so Rust. Ein Thema, dass wir weiterhin auch in unserem Schlankwerdclub im Hotel aufmerksam verfolgen und kommentieren. Wer mitmachen will, bekommt zwar keine Euro, aber jede Menge nette Unterstützung, Motivierung und Abwiegen aller Methoden auf virtuelle Art. Herzlich willkommen.
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"Sinnvoll
ist ein Abnehmprogramm nur dann, wenn eine gewisse Nachhaltigkeit
eintritt", meint Petra Rust vom Institut für Ernährungswissenschaft an
der Universität Wien
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