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Verpackungen wieder verwenden
Geschrieben von Inca Vogt   

Die Plastikflaschen machen es vor. Sie gehen zurück und werden einem Kreislauf zugeführt. Bei Verpackungen findet das inzwischen noch konsequenter statt. Sie werden schlicht mehrfach verwendet. Und zwar von Herstellerseite. Immerhin lassen sich damit auch enorme Kosten einsparen. Und gut fürs Image ist es auch.

Kosten senken. Umwelt schonen 

Der vor zwei Jahren gegründete Packmittelhersteller Free Pack Net Srl http://www.freepacknet.com mit Sitz in Gallarate bei Varese macht es vor. Er hat mit der Auslieferung der ersten wiederverwendbaren Industrieverpackungen begonnen. Bezieher ist die ebenfalls bei Varese ansässige Italien-Niederlassung des amerikanischen Haushaltsgerätefabrikanten Whirlpool.

"Die von uns entwickelten Verpackungen können bis zu 20 Mal wiederverwendet werden. Ein ursprünglicher Kostenfaktor erweist sich damit als Chance, die zur Zufriedenheit aller Beteiligten genutzt wird: Die Hersteller und Vermarkter angesichts der zusätzlichen Qualitätssicherung, die Verbraucher infolge des entfallenden Entsorgungsproblems und die Umwelt wegen der geringeren Schadstoffemissionen", so Produktionsleiter Massimo De Santis. Free Pack Net beginnt zunächst mit den sogenannten Weißgeräten wie Waschmaschinen und Kühlschränken, da infolge der Globalisierung und Standardisierung beispielsweise ein in Italien produziertes Gerät mit dem aus der Konzernfiliale in Schanghai identisch ist.

Gefertigt werden die Verpackungen aus selbsttragendem und deformierbarem Kunststoffmaterial (Polypropylen) , das gegen Horizontal- und Vertikalbelastungen bis 1.200 Kilogramm resistent ist. Dabei kommen komplexe Fertigungstechnologien aus der Raumfahrt zum Einsatz. Die Verpackungen werden von den Industrieunternehmen gemietet und nach Zustellung der Ware in der nächst gelegenen Produktionsniederlassung wiederverwendet.

Damit kommen auch Einsparungseffekte beim Transport zum Tragen. Die Umweltfreundlichkeit des europaweiten Systems der "return logistics" hat Free Pack Net den "Premio all' innovazione Amica dell' Ambiente 2006" http://www.premioinnovazione.legambiente.org eingebracht, den die italienische Umweltvereinigung Legambiente für umweltfreundliche Geschäftsideen vergibt.

"Bis zum Jahre 2012 ist mit dem Einsatz von jährlich 50 Mio. Free Pack Net-Verpackungen zu rechnen. In der Umweltbilanz entspricht dies der Vermeidung von 5,87 Tonnen CO2-Emissionen und 160.000 Tonnen Müll. In fünf Jahren werden europaweit 700 neue Arbeitsplätze, darunter 130 in Italien und 40 in der Lombardei, entstehen", so De Santis abschließend.

Ein Beispiel, das Schule machen könnte. Hoffentlich auch für die kleineren Maßstäbe, die bei jedem von uns beginnen. Zum Beispiel mit der guten alten Jutetasche, die aktuell ein Revival feiert. Ich persönlich ziehe jetzt schon zum dritten Mal mit den gleichen Kartons um. Stabil gefertigte Kisten, die nicht nur günstig waren, sondern auch aus Recyclingmaterial hergestellt wurden. Stabil. Mit Deckel drauf, der die Teile auch für einen Drittnutzen tauglich macht. Man kann staubfrei darin alle Papiere aufheben, die man nie mehr sehen will - aber laut Gesetz 10 Jahre aufheben muss:-)). 

Und wenn ich mein nächstes Elektrogerät bestelle, achte ich auf die Verpackung, die ich umweltliebend gerne zurückgebe. 

 

 
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