| Schokoladengesichter |
| Geschrieben von Inca Vogt | |
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Wetten, dass zumindest die weibliche Hälfte von euch ein Schokoladengesicht hat? Ein Gesicht, dass euch als Naschkatze entlarvt. Dass jedem, der etwas von Analyse versteht, zeigt, womit ihr verführbar seid? Marketingleute der Zukunft haben uns fest im Visier und entlarven unsere Süchte, Sehnsüchte - bis hin zu den Vorlieben für dies und das.
Ein Forschungsgebiet, das nur auf den ersten Blick kurios anmutet.
Dahinter steckt eine verblüffend einfache Methode. Vernascht wird alles
Gefragte. Und schließlich anhand des Gesichtsausdrucks verglichen, was
uns glücklich, süchtig macht oder gleichgültig lässt. Beginnen wir mit
der Frage: Äpfel oder Schokolade?
Gesichtsanalyse beweist: Frauen lieben Schokolade
Eines der ältesten Klischees der Werbe- und Lebensmittelindustrie wurde jetzt in einem Hightech-Versuch der Universität Amsterdam http://www.uva.nl bestätigt. Durchgeführt wurde der Test mit 300 Frauen in sechs europäischen Ländern, die angehalten waren fünf verschiedene Lebensmittelarten zu verzehren. Per Kamera wurden die Gesichtsausdrücke der Frauen aufgezeichnet, um schließlich mittels einer an der Universität entwickelten Gesichtserkennungssoftware ausgewertet zu werden. Wenig überraschend förderte die Analyse zutage, dass der Verzehr von Äpfeln und Jogurts kaum zu glücklichen Gesichtsausdrücken führte. Schokolade und Vanille-Eiscreme hingegen zauberten ein durchwegs zufriedenes Lächeln auf die Gesichter der Testteilnehmerinnen. Für die Auswertung haben die Software-Entwickler Theo Gevers http://staff.science.uva.nl/~gevers/ und Nicu Sebe http://staff.science.uva.nl/~nicu/ von der Universität Amsterdam einen Raster von sechs elementaren Ausdrucksmöglichkeiten zusammengestellt. Über die Analyse winziger Muskelbewegungen können die jeweiligen Ausdrucks-Kategorien von der Software ermittelt werden. Die recht breit abgesteckten Gefühlskategorien umfassen "Ärger", "Traurigkeit", "Angst", "Überraschung", "Abscheu" und "Glückseligkeit". Derartige Hightech-Experimente werden zunehmend für die Marketing-Branche interessant. So wurden die beiden Wissenschaftler für den außergewöhnlichen Test von Unilever http://www.unilever.de angeheuert, das nicht das erste Mal als Sponsor populärwissenschaftlicher Experimente dieser Art aufgetreten ist. So konnte bei einem ebenfalls von Unilever in Auftrag gegebenen Brainscan-Test des Centre of Neuroimaging Science am Institute of Psychiatry in London nachgewiesen werden, dass Eiscreme in den dafür zuständigen Gehirnregionen für Glücksgefühle sorgt. Wer hätte das gedacht:-)?
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Schokolade sticht Äpfel aus. Foto: Theo Gevers