| Jodie Foster. Falten sind mir egal |
| Geschrieben von Inca Vogt | |
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Sie kann es sich leisten, auf Können, Promigrad und Erfolg zu vertrauen. Ob Jodie Foster mit geglätteten Falten oder echten Lebenserfahrungen im Gesicht - es dürfte kaum einen Karriereknick bedeuten. Und dazu bekennt sich die in allen Rollen brillierende Schauspielerin, Produzentin und Regisseurin auch ganz offen. Sie gehört zu den bestbezahlten Schauspielerinnen der Welt. Und zu den wandlungsfähigsten: minderjährige Prostituierte, Mädchen aus der Wildnis, FBI-Agentin - in über 40 Jahren Filmgeschäft hat Jodie Foster schon die unterschiedlichsten Frauenfiguren verkörpert. In ihrem letzten Film "Die Fremde in dir", spielt sie eine brutale Rächerin. Filme wie dieser, in denen Gewalt eine zentrale Rolle spielt, seien "wichtig", sagt die 46-Jährige im Gespräch mit emotion. "Angst und Wut können alles und jeden korrumpieren". Waffen seien "vielleicht für die Jagd akzeptabel, aber nicht in den Händen emotionaler Menschen. Die Energie, die man braucht, um den Abzug zu ziehen und einen Menschen zu töten, entspricht etwa der Kraft, die man benötigt, um eine Tic-Tac-Schachtel zu öffnen". Jodie Foster gilt als Perfektionistin, die sich auf jede Rolle sorgfältig vorbereitet. Um in die richtige Geisteshaltung für "Die Fremde in dir" zu kommen, lief sie nächtelang durch New York. "Ich muss hunderte von Meilen gelaufen sein", erzählt sie. Ob sie schon mal daran gedacht hat, die Schauspielerei an den Nagel zu hängen? "Ständig! Am Schluss eines jeden Films denke ich mir: Das war's jetzt! Der Job ist sehr anspruchsvoll - und gleichzeitig irrsinnig langweilig. Stellen Sie sich nur einmal vor, dass Sie 110-mal durch dieselbe Tür gehen und 'Hey, let's go!' rufen müssen. Diese Kombination von extremem Stress und extremer Langeweile macht die Schauspielerei so auszehrend." Tatsächlich wollte sie früher auch einmal etwas ganz anderes werden: Briefträgerin. "Das ist ein wunderbarer Beruf! Man ist viel an der frischen Luft und bewegt sich ständig. Ich mag das monotone, sich wiederholende Moment. Und das interaktive: Man muss mit Leuten sprechen, man hilft ihnen, man bringt die Post die Treppe hoch. Aber das war nichts weiter als ein Kindheitstraum. Ich weiß gar nicht, ob ich wirklich gut darin gewesen wäre."
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