| Diesel Boom vorbei |
| Geschrieben von Inca Vogt | |
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Seit Jahren werden Diesel Autos als besonders ökonomische Lösung verkauft. Teurer im Anschaffungspreis als die Benziner, sollen die Kosten über den günstigeren Spritverbrauch locker wieder rein kommen. Aber gilt das tatsächlich noch? Laut neuester Nachrichten, geht diese Rechnung für uns Verbraucher immer weniger auf. Der Pkw-Diesel hat seinen Höhepunkt bereits überschritten und wird die seit rund 20 Jahren andauernde Erfolgskurve nicht weiter fortsetzen, heißt es aktuell. Benziner oder Diesel. Wer liegt ökonomisch vorne?
Diesel war gestern! Zu
diesem Fazit gelangt der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer in seiner
aktuellen Marktuntersuchung an der Fachhochschule Gelsenkirchen http://www.fh-gelsenkirchen.de.
Demnach gewinnt der Benziner im Pkw-Bereich Marktanteile zurück. Im
Großmotoren-Segment der Lkws bleibt der Diesel jedoch weiterhin das
dominierende Antriebssystem. Da die deutschen Autobauer besondere
Vorteile bei Diesel haben, wird sich die Wettbewerbssituation für die
heimische Industrie durch diesen Trend verschlechtern. Viel wichtiger
sei, die Rahmenbedingungen für Hybridfahrzeuge und moderne
Benzin-Motoren zu verbessern, so der Experte. "Die Marktanalyse kommt
zwar nicht zum Schluss, dass keiner mehr Diesel fährt. Der
Diesel-Pkw-Boom ist allerdings endgültig vorbei", so Dudenhöffer. Dennoch deuten alle Anzeichen massiv daraufhin, dass sich diese Entwicklung langsam umkehrt. Partikelfilter, Annäherungen bei den Kraftstoffpreisen sowie politischer Druck aufgrund der EU-weiten Euro-5-Norm stärken dem Benziner zunehmend den Rücken. Mit den für den Diesel-Pkw gestiegenen Kosten und der Wartungsintensität wurde das Segment damit teurer. Gleichzeitig hatten viele Autofahrer relativ neuer Diesel-Pkw durch die Einführung der Diesel-Umweltzonen in Deutschland ein erstes "Diesel-Trauma" erlebt, ist Dudenhöffer sicher. Da alte Benziner die hohen Anforderungen bei Umweltzonen problemlos bewältigen, Diesel-Fahrzeuge jedoch kostenintensiv nachgerüstet werden müssen, wurden die Restwerte der "Problemdiesel" stark verschlechtert. Von den Kapriolen um die Nachrüstungen betroffen sind vor allem Firmenwagen und große Transportfahrzeuge. Diese höhere Diesel-Verteilung auf Firmen lässt sich vor allem auf die höhere Jahresfahrleistung zurückführen. Zusätzlich gilt, dass bei großen schweren Fahrzeugen der absolute Verbrauchsvorteil des Diesels größer ist als beim Benziner. "Somit gilt die Regel, dass je größer und schwer die Fahrzeuge sind, deren Diesel-Anteil ganz erheblich zunimmt", unterstreicht Dudenhöffer auf Nachfrage von pressetext. Diese Entwicklung führt der Experte darauf zurück, dass über 90 Prozent aller Vans als Diesel gekauft werden. Kleinwagen schneiden mit 14 Prozent hingegen gering ab. Angesichts dieser Zahlen werden die Marktanteile beim Diesel in den kommenden Jahren langsam wieder zurückgehen. Bis 2015 prognostiziert Dudenhöffer daher, dass sich der Marktanteil des Diesels in Deutschland von derzeit 38 Prozent bis 2020 auf nur mehr 30 Prozent abschmälern wird. "Dieser Rückgang erfolgt jedoch nicht abrupt, sondern peu à peu. Dabei sollte auch mitberücksichtigt werden, dass sich der Rückgang Auto-Klassen-bezogen durchsetzt. Ich rechne damit, dass der Diesel vor allem bei Klein- und Kompaktfahrzeugen am stärksten Federn lässt", unterstreicht Dudenhöffer. Die Trendwende zum Benziner stellt sich auch vor dem Hintergrund dar, dass diese insbesondere bei Motoren mit kleinem Hubraum, Doppelaufladung und den neuen Direkteinspritzverfahren der zweiten Generation deutlich effizienter arbeiten. Damit sinkt der Verbrauchsvorteil gegenüber dem Diesel um bis zu 15 Prozent. Selbstzündungen in Serie erzeugen zudem Benzin-Einsparungen von bis zu 30 Prozent.
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