Menu Content/Inhalt
RECEPTION arrow LeseLounge arrow Tierwelt arrow Elfenbein für China

Check In






Passwort verloren?
Noch kein Benutzerkonto?
Registrieren
Gast: kostenlos
VIP-Gast:4,87 + Mwst
Elfenbein für China
Geschrieben von Inca Vogt   

10.000 Elefanten sollen ihrer Stoßzähne wegen für den Handel in China ihr Leben lassen. Mit Erlaubnis des Washingtoner Artenschutzabkommens. Zugestimmt hat die EU und Deutschland. Eine Entscheidung, die kaum nachvollziehbar ist. Denn gerade in China blüht ohnehin der illegale Handel mit dem weißen Gold.

China darf Elfenbein kaufen

China darf Elfenbein aus Afrika kaufen. Das beschloss gestern Nachmittag der ständige Ausschuss der Artenschutzkonvention CITES (Convention on International Trade in Endangered Species oder
Washingtoner Artenschutzübereinkommen) mit Zustimmung Deutschlands
und der EU.

China ist nun, neben Japan, als Käuferland für den einmaligen Verkauf von 108 Tonnen Elfenbein anerkannt, was den Stoßzähnen von 10.000 Elefanten entspricht. Das Land der Mitte ist als größter Markt für illegales Elfenbein bekannt. Allein zwischen 2004 und 2007 wurden47,2 Tonnen geschmuggeltes Elfenbein beschlagnahmt.

"Diese Entscheidung wird die Wilderei weiter anfachen und ist das Todesurteil für mehrere zehntausend wildlebende Elefanten", so Peter Pueschel, Leiter der Wildtierkampagne des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds). "Schon im Vorfeld sind die Preise für illegal gehandeltes Elfenbein auf asiatischen Märkten von 270 US$ pro Kilo auf 880 US$ pro Kilo explodiert. Der Anreiz ist also groß, dass Schmuggler im Schatten des vereinbarten Kaufs tonnenweise illegales Elfenbein in die Zielländer bringen werden. Und die Vergangenheit hatuns gezeigt, dass China und Japan ihre Märkte nicht unter Kontrolle haben."

Untersuchungen des chinesischen Elfenbeinmarkts durch den IFAW belegen, dass der Handel bisher wenig kontrolliert wird und zahlreiche illegale Geschäfte existieren. Eine Umfrage bei den Konsumenten in China ergab: Von 14,5 Prozent bekennender Elfenbeinkäufer würden 75,7 Prozent die Regularien umgehen, sollten sie dadurch weniger zahlen müssen.

"Deutschland spielt in dieser Entscheidung eine schändliche Rolle," so Pueschel weiter. "Obwohl den Zuständigen alle Risiken und Probleme bekannt waren, hat sich die Bundesregierung gegen die Elefanten und die Haltung einer großen Zahl afrikanischer Länder gestellt. Sie muss endlich wieder zum Vorsorgeprinzip zurückkommen, nur dann können die hehren Worte zur Unterstützung Afrikas auch wahr werden."

Auf der letzten Artenschutzkonferenz 2007 in Den Haag hatten die Mitgliedsländer einem dritten Einmalverkauf von Elfenbein aus Lagerbeständen seit dem Elfenbein-Handelsverbot von 1989 zugestimmt. Demnach können die Länder Botswana, Namibia, Südafrika und Zimbabwe ihre registrierten Lagerbestände verkaufen. Danach ist eine mindestens neunjährige Ruhepause für jeglichen Handel vorgesehen.

 
< Zurück   Weiter >