| Geheimtipp. Recycelte Mode |
| Geschrieben von Inca Vogt | |
|
Wenn man wirklich Öko oder neuweltlich "Lohas" leben möchte, ist es konsequent auch die Mode aus recycelten und umweltfreundlich hergestellten Materialien zu tragen. Absolutes NoGo sind alle Materialien, die auf dem Sondermüll landen. Zum Beispiel abgetragene Hightech Outdoormode. Doch wie sieht die Alternative aus? Anoraks aus recycelten PlastikflaschenDass eine gute Outdoor-Ausrüstung nach Ablauf ihrer Lebenszeit auf den Sondermüll gehört, ist vielen Käufern nicht bewusst und will auch nicht recht zu dem Bild der Menschen passen, die diese Produkte in der Natur verwenden. GEO SAISON geht in seiner aktuellen Ausgabe der Frage nach, wie "grün" die Ausrüstung ist, mit denen man hinaus ins Grüne zieht. Die Hersteller von Outdoor-Bedarf bringen schon seit einiger Zeit "grüne" Produkte auf den Markt. Hemden aus "Bamboo", Funktionswäsche aus "Tencel", Strümpfe aus "Merino", Sweatshirts aus "Bio-Baumwolle", Jacken aus "recycled Fleece", T-Shirts aus "SeaCell", Rucksäcke aus "recycled Polyester". Doch wie "öko" sind diese Materialien wirklich? Fakt ist zum Beispiel, dass sich Zellulose umweltverträglicher abbaut als die meisten Kunstfasern. Doch um aus Zellulose ein Garn zu gewinnen, muss Chemie eingesetzt werden, deshalb gelten Stoffe wie Modal oder Tencel als Chemiefasern. Umso mehr, als diese Textilien oft noch "ausgerüstet" werden. So heißt es, wenn ein Material durch Beschichtung wasserdicht gemacht wird, wenn etwa Silberionen verhindern sollen, dass sich Schweißgeruch bildet. Häufig halten also moderne Mixmaterialien, was die Umweltverträglichkeit angeht, nicht das, was der Verbraucher sich davon verspricht. Und was die Leistungsfähigkeit betrifft, sind sie keine Alternative zu den leichten, schnell trocknenden, wind- bzw. wasserdichten Funktionsfasern aus Polyester oder Polyamid. Hinzu kommt, dass deren Ökobilanz besser ist, weil man diese Kleidungsstücke länger trägt. Uns bleibt aber die Möglichkeit, auf umweltbewusste Hersteller zu achten. Einige kooperieren etwa mit der Schweizer Firma Bluesign Technologies, die die Umweltverträglichkeit von Stoffen kennzeichnet. Andere Ausrüster spenden an Umweltorganisationen, nehmen Abgetragenes von den Kunden wieder zurück oder werfen alten Fleece nicht auf den Sondermüll, sondern machen daraus wieder leistungsfähige Kleidung. Die Firma Osprey macht es sogar umgekehrt. Sie verarbeitet Plastikflaschen zu Anoraks. Ob diese modisch mithalten können mit bekannten Modellen? Einfach mal neugierig und offen die Alternativen auf Mode- und Tragetauglichkeit prüfen. Dann klappt es auch mit dem grünen Bewusstsein und Erde und ihre Bewohner kommen dem großen Ziel des Überlebens wieder ein kleines Stückchen entgegen.
|
| < Zurück | Weiter > |
|---|

