| Jeder zweite arbeitet schwarz |
| Geschrieben von Inca Vogt | |
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Jeder zweite würde entweder schwarz arbeiten oder hätte schon einmal Arbeitskräfte beschäftigt, die er nicht meldet. Die Frage ist, wo beginnt nach der Unachtsamkeit ein Betrug? Bei dem Kindermädchen, das ab und an die Kleinen der Nachbarn für ebenso kleines Geld betreut? Bei einmaligen Umzugshilfen, für die es nur Verpflegung gibt? Schwarzarbeit. Ein Kavaliersdelikt? Reader's Digest veröffentlicht Umfrage: Ein illegaler Verdienst neben dem regulären Job wird meist für gut gehalten. Jeder Zweite in Deutschland (49 Prozent) hat schon mal Schwarzarbeit in Auftrag gegeben. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid für das Magazin Reader's Digest. Dabei kommt die illegale Beschäftigung keineswegs nur in Haushalten vor, die sparen müssen. Die repräsentative Umfrage unter mehr als 1100 Teilnehmern, über die das Magazin in seiner Mai-Ausgabe berichtet, ergab vielmehr, dass die Befragten mit dem höchsten Einkommen offenbar besonders häufig Schwarzarbeiter beauftragen. So gaben 64 Prozent derer, die mehr als 2500 Euro im Monat zur Verfügung haben, zu, dass sie im vergangenen Jahr Arbeiten ohne Rechnung erledigen ließen. 21 Prozent bekannten sogar, dies sei im zurückliegenden Jahr nicht nur einmal, sondern gleich mehrmals der Fall gewesen. Obwohl - oder weil - die Schwarzarbeit stark verbreitet ist, haben viele Verbraucher kaum ein Unrechtsbewusstsein. Ein illegaler Verdienst neben einem regulären Job wird allenthalben für gut gehalten. Menschen, die staatliche Sozialleistungen heimlich aufbessern, erhielten in der Umfrage hingegen kein Verständnis, wofür mir wiederum jedes Verständnis fehlt. Eine Gesellschafft von Raffkes, die sich alles, und Bedürftigen nicht mal das Nötigste gönnt? Volkswirtschaftlich gesehen gehören auch die vermögenden Raffkes zu den Tätern. Nach Schätzungen von Experten fehlen dem Staat durch Schwarzarbeit über 100 Milliarden Euro hinterzogene Steuern und Sozialabgaben.
Die dänische
Rockwool-Foundation geht davon aus, dass es etwa fünfMillionen deutsche
Schwarzarbeiter gibt, die durchschnittlich siebeneinhalb Stunden in der
Woche jobben und dafür einen Stundenlohnvon 10,40 Euro erhalten.
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) weist in diesem Zusammenhang
immer wieder darauf hin, "dass Schwarzarbeit kein Kavaliersdelikt ist,
sondern strafbare Wirtschaftskriminalität." Der Strafenkatalog reicht vom
Bußgeld bis zur mehrjährigen Freiheitsstrafe. Vor allem im
Bereich der Haushaltshilfen blüht die Schwarzarbeit nach wie vor. "Nach
unseren Schätzungen sind weit mehr als 100.000 Frauen aus mittel- und
osteuropäischen Staaten illegal in deutschen Pflegehaushalten tätig", sagte
Jochen Rindfleisch-Jantzon vom Bundesverband privater Anbieter sozialer
Dienste gegenüber dem Magazin Reader's Digest - und das, obwohl es mit der
Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (Bonn) längst eine Anlaufstelle gibt,
mit deren Hilfe man legal Arbeitskräfte aus dem Ausland nach Deutschland
holen kann. Dennoch blüht der Markt der Schwarzarbeit in
Deutschland - von derPutzfrau über kleine handwerkliche Aufgaben bis hin zum
kompletten Hausumbau. Besonders häufig - nämlich mit rund 70 Prozent - kommt
die
Ein heißes Eisen. Mit mehr Grautönen, als man auf den ersten Leseblick vielleicht meint. Ich überlasse die Kommentare und die eigene Meinungsbildung euch. Diskussionen zum Thema wie immer in unseren Forenräumen. Kostenlos einchecken und Farbe bekennen. Im Zweifelsfall unter einem selbst gewählten Pseudonym.
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