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Arme Gänse. Üble Bräuche
Geschrieben von Redaktion   
Martinstag! Massakertag. Ein Tag zum Nachdenken was der Brauch des Gänseschlachtens wirklich ist. Hier ein Artikel der das Thema bis in seine wahren Ursprünge verfolgt. Vielleicht macht er den einen oder anderen von euch nachdenklich, und vielleicht rettet das künftig der einen oder armen unschuldigen Gans das Leben.

Zum "Schlacht-Fest" der Martinigänse

Der unselige Brauch der Hubertusmessen und das jährliche Großmassaker an den Gänsen zu Ehren des sogenannten hl. Martin liegen auf einer Linie. Auslöser ist die unreflektierte und zum Brauchtum erhobene Fabelwelt der Catholica, die sich in den Köpfen unserer Mitmenschen festgesetzt hat. Die Tierrechtsbewegung beschreibt sehr eindringlich die Symptome des Tierelends, muß aber künftig einen Schritt weiter gehen und die Hintergründe dieser barbarischen Verhaltensweisen auch aufdecken und die geistigen Brandstifter an den öffentlichen Pranger stellen. Aufklärung tut not - deshalb eine kleine Anmerkung zum Martinstag, auszugsweise aus der "Kriminalgeschichte des Christentums" von Karl Heinz Deschner:

Der berühmte hl. Martin von Tours (gest. 397), Schutzpatron Frankreichs und Patron der Gänsezucht, der noch als Soldat einem nackten Bettler am Stadttor von Amiens seinen halben Mantel schenkte (warum nicht den ganzen?), hat als Bischof dann 20.000 Sklaven gehalten. Martin von Tours, vom Bischof Hilarius von Poitiers zum Exorzisten ernannt, vollbringt im späten 4. Jahrhundert ein Wunder nach dem anderen: Eine bereits fallende, vom Heidentum hochverehrte Fichte hielt Martin durch ein bloßes Kreuzeszeichen von sich ab und lenkte sie auf die andere Seite.

Einmal befreit er eine Kuh von einem bösen Geist. Die Kuh sinkt danach aufs Knie und küßt dem Heiligen die Füße.
- Ein andres Mal läßt er eine ganze Prozession, die er für eine »Götzenprozession« hält, versteinern, bis er seinen Irrtum erkennt und sie wieder in Bewegung setzt. Nachdem er gar einen Gehängten wieder lebendig gemacht, ist er berühmt.

Auch einer der wildesten Heidenbekämpfer im Westen wurde Martin von Tours. Trotz heftigen Widerstands der Bauern riß er mit Hilfe einer Mönchshorde die Tempel nieder, stürzte Druidensteine und oft erbittert verteidigte er heilige Eichen. »Mit den Füßen zertrat er die Altäre und die Götterbilder« (Sulpicius Severus). Zur Vernichtung des Paganismus brachte der Glaubensheld freilich beste Voraussetzungen mit. Hatte er doch eine Laufbahn als Haudegen im römischen Heer Kaiser Julians beendet, seine christliche als Teufelsaustreiber begonnen. Bezeichnend, daß er den Teufel in Gestalt Jupiters, Merkurs und auch der Venus und Minerva zu sehen glaubte, war er ja überhaupt der festen Überzeugung, in den »Götzenbildern« stecke Satan.

Infolge seiner »Totenerweckungen« wurde Martin Bischof, dann merowingischer Königs-, dann karolingischer Reichsheiliger, schließlich Schutzpatron der Franzosen; 425 Dörfer Frankreichs tragen noch heute seinen Namen, den Namen eines Brandstifters, Diebes, der noch mit den Füßen der Heiden Heiligstes ruinierte, sämtliche Tempel niederriß und zu dessen "Ehren und Erinnerung" jährlich Millionen Gänse umgebracht werden. 

Geschrieben von: Dr. Gunter Bleibohm

Da kann man schon den Glauben verlieren, an Brauchtümer, die nur eins bedeuten. Unglaubliches Tierelend. Als Erinnerung an einen merkwürdigen Heiligen, bei dem ich das einzige sinnvolle Gesetz der Liebe vermisse. Andersgläubige nieder zu metzeln ist teuflich, nicht heilig. Heute stellvertretend Tiere aus Massenhaltung nieder zu metzeln, ist nicht besser.

 

 
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