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Geschenke, die keiner mag
Geschrieben von Inca Vogt   
Ob Geburtstag, Jahrestag oder Weihnachten. Oft gibt es liebevoll gepackte Päckchen mit gedankenlos gekauftem Inhalt. Das zigste Handtuchset, das mit seinen rosa Blümchen nicht zum stylischen Badezimmer passt. Das Parfüm, das sogar die Katze in die Flucht jagt. Teure Geschenke, zu denen man nicht nein sagen kann.

Warum eigentlich nicht? Warum schweigen wir höflich, mimen Überraschung und herzliche Freude, statt dem Schenkenden dann doch mal zu stecken: "Meine Lieblingsfarben im Bad sind schlichtes Weiß." Wieso geben wir nicht schon im Laufe des Jahres mal Signale und zetteln ein Gespräch über Lieblingsdüfte an und sprechen offen darüber, dass Gutscheine, so gut sie auch gemeint sind, oft garnicht so gut ankommen. Wollen wir unsere Liebsten nicht vor den Kopf stoßen, oder hoffen wir weiter, dass man in unseren Gefühlen liest, wie im offenen Buch?

 Ganz schön egoistisch. Denn damit schützen wir eigentlich nur uns selbst. Aus Bequemlichkeit.

Aber einen "Trost" für diese falsche Schmeichellüge gibt es: wir befinden uns in reicher Gesellschaft. Die große Mehrheit der Deutschen nimmt Geschenke zuWeihnachten an, auch wenn sie ihnen nicht gefallen. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag des Magazins Reader's Digest. Demnach schweigen 38 Prozent der Deutschen, auch wenn ihnen das Präsent nicht zusagt. Weitere 25 Prozent behaupten sogar, das Geschenk sei schön oder treffend, obwohl das Gegenteil der Fall ist. Nur 33 Prozent sind schonungslos ehrlich und sagen, dass ihnen das Geschenk nicht gefällt.

    Wie das Magazin berichtet, sind Frauen (34 Prozent) etwas häufiger bereit, beim Erhalt eines Geschenks die unangenehme Wahrheit auszusprechen als Männer (31 Prozent) dies tun. Am offensten sind die Bürger in Berlin. 46 Prozent sagen dem Schenker, dass ihnen das Präsent nicht gefällt. In anderen Bundesländern wie Schleswig-Holstein, Bremen, Hamburg und Niedersachsen würde dieses Vorgehen als Unhöflichkeit empfunden; hier äußern nur 20 Prozent ihre Ablehnung oder Kritik.

    Angesichts der Tatsache, dass sich viele Paare oder Familien immer schwerer damit tun, zu Weihnachten ein passendes Geschenk zu finden, wächst offenbar die Bereitschaft bei den Bürgern, stattdessen für eine gemeinnützige Organisation zu spenden. Drei Viertel der Befragten finden das gut, weil ihr Hausstand praktisch komplett ist. Nur ein Fünftel wäre enttäuscht und würde die Geschenke unterm Weihnachtsbaum vermissen.

    Was sagt uns das? Einfach mal offen drüber reden, dass es vielleicht schön wäre, die Geschenke gleich denen zu schenken, die sich darüber wirklich freuen?

 
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